
“Jeder Kenner der Tonkunst und ihrer Literatur weiss, und wusste schon längst, dass Michael Haydn, als Kirchenkomponist, unter die ersten Künstler dieses Faches, aus jeder Zeit und jeder Nation gehört.“
(E. Th. A. Hoffmann, Leipzig 1812)
Im überlangen Schatten von Joseph Haydn, der dem vielbeschworenen „Dreigestirn der Wiener Klassik“ angehört, geriet dessen jüngerer Bruder Michael Haydn in Vergessenheit – sehr zu Unrecht, wie sich dank der musikalischen Entdeckerfreude der letzten Jahre immer mehr zeigt. Besonders herausragend in Michael Haydns Schaffen ist das kirchenmusikalische Werk; es wurde auch von Mozart, der ja seinen komponierenden Zeitgenossen äusserst kritisch gegenüber stand, überaus geschätzt.
Michael Haydns festliche "Missa sub titulo Sanctae Theresiae" ist ein Auftragswerk von Marie-Thérèse, der Gemahlin Kaiser Franz I. von Österreich, und entstand im Sommer 1801.
